FANDOM


Pasiphae

Daidalos bringt Pasiphae die künstliche Kuh

Pasiphae ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie und war die Gemahlin des Minos, dem König von Kreta. Sie ist die Mutter des Minotaurus und die unsterbliche Tochter des Sonnengottes Helios sowie die Schwester von Kirke, Perses, Aietes und Aloeus. Minos schenkte sie außerdem acht Kinder: Akakallis, Androgeos, Ariadne, Deukalion, Glaukos, Katreus, Phaidra und Xenodike.

Pasiphae verflucht Minos Bearbeiten

Pasiphae ist hauptsächlich für zwei Handlungen in die Annalen der Mythologie eingegangen. Einerseits weil sie ihren Mann, König Minos, verzauberte und andererseits da sie die Mutter des menschenfressenden Minotaurus war.

So berichtet der Mythograph Antonius Liberalis in seinen Metamorphosen, dass die Pasiphae, ebenso wie ihre Geschwister Kirke und Aietes sowie ihre Nichte Medea, der Hexenkunst mächtig war (pharmakeia). Als die Liebschaften ihres Mannes, Minos, Überhand nahmen, verzauberte sie ihn, so dass er immer, wenn er mit einer Frau schlief Skorpione, Schlangen und Tausendfüßler ejakulieren musste.

Sie selbst war gegen die tödlichen Kreaturen gefeit, da sie selbst unsterblich war und konnte sich so seiner Leidenschaft sicher sein. Allerdings fanden einige der Konkubinen des Minos so ihren Tod.

Die einzige Frau, die sich dem König außerdem nähern konnte, war Prokris, eine Tochter Erechtheus und Praxithea, die sich vermutlich Dank einer Essenz, die sie aus einer Heilpflanze gewann, davor schützen konnte. Angeblich heilte sie Minos sogar von diesem Fluch, weshalb er ihr einen unfehlbaren Speer und außerdem den unsterblichen Hund Lailaps geschenkt haben soll.

Pasiphae und der kretische Stier Bearbeiten

Minos war ein Sohn der Götter Zeus und Europa und wurde angeblich von Asterios, dem damaligen König von Kreta, mit seinen Brüdern adoptiert. Deshalb war die Thronfolge ungewiss und die Brüder gerieten in Streit.

Deshalb bat Minos den Meeresgott Poseidon um Hilfe und versprach, dass er alles, was aus dem Meer erscheinen würde, dem Gott opferte. Poseidon war davon geschmeichelt und ließ den Wellen einen stattlichen, weißen Stier entsteigen.

Dieser gefiel jedoch auch Minos, weshalb er nicht jenen Stier, sondern ein anderes Tier seiner Herde als Opfergabe darbrachte, was den Gott der Meere sehr erzürnte. Daraufhin schlug er den weißen kretischen Stier mit Raserei und verzauberte die Pasiphae, so dass sie sich in den Stier verliebte.

Pasiphae bat Daidalos, den Vater des Ikarus’ und außerdem Baumeister der Insel, ihr ein hölzernes Gefährt zu bauen, das mit Kuhhaut bespannt sein sollte, um sich dem Stier anbieten zu können. Daidalos kam dieser Bitte nach, woraufhin sich Pasiphae vom kretischen Stier begatten ließ und den Minotaurus gebar.

Auf das Bitten seiner Tochter Ariadne tötete Mino den Minotaurus nicht, sondern sperrte ihn daraufhin in eine Labyrinth, wo er bis zur Ankunft Theseus lebte, der ihn tötete.